Wer sind wir?

Grundgedanken des Netzwerks

Die im Netzwerk Ganzheitsmedizin zusammengeschlossenen Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen haben einen Grundgedanken gemeinsam:

Nicht das Symptom, nicht das erkrankte Organ und nicht die Krankheit allein stehen im Mittelpunkt, sondern der erkrankte Mensch mit seinen körperlichen, seelischen, biographischen und sozialen Besonderheiten. Denn nicht selten entpuppt sich der scheinbar zufällige biologische Defekt als Ausdruck eines Ungleichgewichts im inneren Gefüge des Menschen. Das therapeutische Bemühen ist auf ein ganzheitliches Verständnis des Menschen und seiner krankmachenden Einflüsse bemüht. Die Behandlung erweitert eine fundierte klassische Medizin um naturheilkundliche, anthroposophische, homöopathische und psychotherapeutische Therapieelemente und kann diese sogar manchmal durch schonendere „sanfte“ Methoden ersetzen.

Unsere Bemühungen um eine bessere medizinische Versorgung

Julian Schily
Geschäftsführer

Das Netzwerk Ganzheitsmedizin hat sich zum Ziel gesetzt, ganzheitliche medizinische Leistungen für Kassenversicherte genauso wie für Privatversicherte zur Verfügung zu stellen. Da diese Erweiterung der Medizin in der Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung nicht vorgesehen ist, müssen hierfür besondere Verträge mit einzelnen Krankenkassen geschlossen werden. (siehe Link Versorgungsangebot)

Unsere Kooperation

Dr. med. Erich Freisleben
Geschäftsführer

Wir Hausärzte, Fachärzte, Krankenhauseinrichtungen und Therapeuten tauschen uns untereinander über die neusten naturwissenschaftlichen wie auch über die naturheilkundlichen Therapiemöglichkeiten aus und bilden uns fortlaufend weiter. Das Netzwerk stellt allen Kooperationspartnern wichtige Informationen zur Verfügung und sorgt für eine lebendige fachliche Kommunikation. Wir bemühen uns, Informationen, die die Behandlungsergebnisse verbessern können, allen Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Manchmal können wir auch Patienten in einer therapeutischen Kette von unseren Partnern gemeinsam behandeln.

Unsere Vision ist, für Ärzte, Therapeuten und Laien eine gemeinsame Vernetzung zum Thema einer ganzheitlichen  Medizin zu schaffen. Diese soll in einem weiteren Schritt auch eine Basis für eine zeitgemäße Evaluation dieser Medizin und ihrer speziellen Therapiemethoden bieten.

Unser Verhältnis zu den Krankenkassen

Dr. med Rainer Stange
Geschäftsführer

Wir sind grundsätzlich bereit, mit jeder Krankenkasse zu kooperieren. Unser Bestreben ist es, die vorhandenen finanziellen Mittel für die medizinische Versorgung so optimal einzusetzen, dass ein genügender Spielraum für die Anwendung naturheilkundlicher Methoden zur Verfügung steht. Da der ganzheitliche Behandlungsansatz in der Regel zu einer nachhaltigeren Gesundung führt, ist dadurch langfristig mit einer Entlastung des Leistungsbedarfs zu rechnen.

Historie, Entwicklung und Struktur des Netzwerks Ganzheitsmedizin Berlin gGmbH

Eine patientenorientierte, den ganzen Menschen betrachtende Medizin braucht als Grundlage neben der ärztlichen Kompetenz ausreichend Zeit und kreativen Spielraum. Seit Mitte der 90-er Jahre des vorigen Jahrhunderts verschlechterten sich in der ambulanten Medizin die Abrechnungsmöglichkeiten zeitintensiver und facettenreicher hausärztlicher Behandlung unter Einschluss psychosomatischer und naturheilkundlicher Elemente. Die Bemühungen, innerhalb der ärztlichen Selbstverwaltung hier gegen zu steuern, waren wenig erfolgreich, wie auch der Geschäftsführer des Netzwerks, Herr Dr. med. Erich Freisleben, nach achtjähriger Delegiertentätigkeit in der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung feststellen musste. 

1998 wurde für diesen Zweck auf Initiative von Herrn Dr. Freisleben von ambulanten Ärztinnen und Ärzten der Förderverein Ganzheitsmedizin gegründet, der seinen Sitz in der Föhrer Straße 7,13353 Berlin, in unmittelbarer Nähe des Virchow Klinikums hat. Im Verein begegnete sich einerseits die methodische Vielfalt der verschiedenen Naturheilverfahren, der anthroposophischen Medizin und der Psychosomatik, andererseits wurde aber auch an der gesundheitspolitischen Umsetzung der Vereinsziele gearbeitet. Er bildete damit das Forum für den Aufbau eines Ärztenetzwerks für ganzheitliche Medizin. Nachdem sich im Jahr 2000 das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe (GKH) und danach auch die Naturheilkundliche Abteilung des Immanuel Krankenhauses der Initiative anschlossen, erhielt der Impuls eine breite Basis. Insbesondere vertiefte sich dadurch die  Qualitätsarbeit, deren Ziel es war, eine hochqualifizierte klassische Medizin mit wirksamkeitserprobten Elementen der Naturheilkunde und anthroposophischen Medizin  zu verbinden.

Die Aktivitäten von Herrn Dr. med. Roland Bersdorf, dem Geschäftsführer des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe und von Herrn Dr. med. Rainer Stange, dem damaligen kommissarischen Leiter der Naturheilabteilung des Immanuel Krankenhauses sowie das Engagement des niedergelassenem Internisten und Vorsitzenden des Fördervereins Ganzheitsmedizin, Herrn Dr. Freisleben führten 2003 zur Gründung der bundesweit tätigen Arbeitsgemeinschaft ARGE Ganzheitsmedizin Deutschland. Durch die überregionale Vernetzung von Herrn Dr. Bersdorf mit anthroposophischen Kliniken wurden die  Kliniken Filderstadt und Herdecke mit ihren kooperierenden  ambulanten Medizinern als Partner dazugewonnen. 

Die Tätigkeit der ARGE mündete mit Unterstützung des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung IGES in dem Abschluss eines Rahmenvertrags mit der Techniker Krankenkasse, der an den Standorten Berlin, Stuttgart-Filderstadt und Herdecke den Aufbau einer qualifizierten integrierten medizinischen Versorgung mit ganzheitlicher Ausrichtung vorsah. Ziel sollte die Übernahme der gesamten Budgetverantwortung für die eingeschrieben Versicherten sein. Als Etappen auf diesem Weg wurden 2004 Leistungskomplexe zu einigen Krankheiten vereinbart, mit denen neue Konzepte der ambulant – stationären Kooperation erprobt wurden. 

Das Netzwerk Ganzheitsmedizin Berlin GmbH

In Berlin nahm im Jahr 2005 das hierfür gegründete Netzwerk Ganzheitsmedizin Berlin GmbH seine Tätigkeit als Träger der integrierten Versorgung auf. Die GmbH setzt sich zu gleichen Teilen aus ambulanten wie stationären Gesellschaftern zusammen, der Förderverein Ganzheitsmedizin ist ebenfalls Gesellschafter. Der Sitz der Gesellschaft ist der Kladower Damm 221 in 14089 Berlin.

Der Aufsichtsrat der NGB GmbH ist mit je einem Vertreter des stationären und des ambulanten Bereichs sowie des Fördervereins besetzt. Als Geschäftsführer fungierten bis 2010 Herr Dr. Bersdorf und Herr Dr. Freisleben. Seit dem Frühjahr 2010 bilden Herr Julian Schily, Herr Dr. Stange und Herr Dr. Freisleben  die jeweils auch allein vertretungsberechtigte Geschäftsführung. Unterstützende Organe der  Gesellschaft sind ein Qualitätsausschuss, ein Leistungsvertragsausschuss und ein Vergütungsausschuss.

In dieser Struktur übernahm das Netzwerk im Rahmen der selektivvertraglichen Kooperation auf  Basis von § 140 SGB V mit der Techniker Krankenkasse (TK) den Aufbau und die Durchführung der Leistungskomplexe „ Geburt“ und „Depression“. In beiden Leistungskomplexen wurden auch Leistungen angeboten, die über die der Regelversorgung hinausgingen. Als besonders erfolgreich erwies sich – auch in der Nachbetrachtung - für die Diagnose „Depression“ ein je nach Schweregrad abgestuftes Behandlungsprogramm, welches zusätzlich ganzheitliche Therapiemethoden ambulant, teilstationär und stationär anbot. Im Bereich des Leistungskomplexes „ Geburt“  führte die erweiterte Vor- und Nachbetreuung der Geburt unter Berücksichtigung ganzheitlichen Behandlungsprinzipien zu einer deutlich verminderten Schnittentbindungsrate und einer hohen Zufriedenheit der Patientinnen. Sehr gern wurde die nachgehende Familienbetreuung angenommen, die geeignet war, Probleme beim Stillen und in der Säuglingsversorgung frühzeitig abzufangen.

Auch wenn das Konzept der Leistungskomplexe von Seiten der TK nach Auslaufen der sog. „Anschubfinanzierung“ mit Ende des Jahres 2008 trotz der hohen Zufriedenheit der Teilnehmer nicht aufrecht erhalten wurde und der Rahmenvertrag zur Zeit ruht, so konnten doch in der vierjährigen Laufzeit wertvolle Erfahrungen in der Umsetzung einer selbstverantwortlichen Organisation der medizinischen Versorgung gewonnen werden und die erforderlichen Strukturen dafür aufgebaut werden.

Besonders die Qualitätsarbeit, deren Kern eine Serie von zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen mit hervorragenden Referenten bildet, ist  vertragsunabhängig zu einer ständigen und bei den Kolleginnen und Kollegen begehrten Einrichtung geworden.

Die Aufgaben der Geschäftsführung der GmbH, die seit 2013 gemeinnützig ist, sind zwischen den drei Geschäftsführern aufgeteilt. Die betriebswirtschaftliche Verantwortung obliegt  Herrn Julian Schily, der am Sitz der Gesellschaft tätig ist und für weitere Gesellschaften, wie der AnthroMed Berlin –Brandenburg gGmbH  verantwortlich tätig ist.  Die Organisation der Fortbildung gestaltet Herr Dr. med. Rainer Stange, der durch seine Vorstandstätigkeit in der Ärztegesellschaft für Naturheilverfahren und der Ausgestaltung der Naturheiltage in Berlin eine besondere Kompetenz hierfür  besitzt. Die ärztliche Leitung einschließlich der Organisation der Kooperation der Leistungserbringer untereinander  wird von dem hausärztlichen Internisten Dr. med. Erich Freisleben getragen.  Er hat ausgehend vom Impuls des Fördervereins, dessen Vorsitzender er durchgehend ist, alle Phasen der Entwicklungen des Netzwerks geschäftsführend mitgestaltet. 

Nach zweijähriger Verhandlung mit der AOK Nordost startete im Juli 2012 ein zwischen ihr und dem Netzwerk geschlossener Vertrag zur integrierten medizinischen Versorgung nach § 140 SGBV. Dieser Vertrag ermöglicht dem Netzwerk Einsparungen, die durch umsichtigen Umgang mit den Leistungsausgaben für die Versicherten entstehen, in die Kostenübernahme von ganzheitlichen, nicht kassenüblichen, Therapieleistungen einfließen zu lassen.  Das Ziel des Vertrags ist eine schrittweise Übernahme der Budgetverantwortung durch das Netzwerk. Die große Erfahrung der AOK in der Versorgungsforschung und dem Versorgungsmanagement ist sehr hilfreich für dieses Vorhaben. Seit 2013 bezieht das Netzwerk auch die Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in das Vertragsgeschehen mit ein. Als mehrjähriges Etappenziel steuert es einen Umfang von etwa 5000 AOK Nordost Versicherten und 60 teilnehmenden Hausärzten an.

Grundsätzlich kooperiert das Netzwerk mit allen Krankenkassen, mit denen die Verwirklichung seiner Ziele aussichtsreich erscheint.  Die derzeit angestrebte Größe, die mit der Beteiligung weiterer Krankenkassen zunehmen wird, gibt dem Netzwerk auch die Chance, die Besonderheiten einer ganzheitlichen Medizin einer qualitativen Evaluation zu unterziehen. Es wäre wünschenswert, wenn die durch das Netzwerk Ganzheitsmedizin Berlin gGmbH gewonnenen Erfahrungen dazu beitragen würden, ihre Konzeption bundesweit auszudehnen.